Die für die renommierte Dieselmedaille nominierten Unternehmen haben eines gemeinsam: Ihre Innovationskraft hat die Traditionsfirmen jung gehalten. Neben bekannten Namen gibt es auch Überraschungssieger.

Von Achim von Michel.

Europas ältester Innovationspreis geht in die nächste Runde. Wenn am 28. November 2014 im glanzvollen Ehrensaal des Deutschen Museums in München die diesjährigen Dieselmedaillen verliehen werden, können vier Unternehmen und Organisationen die begehrte Auszeichnung in Empfang nehmen, die bereits seit dem Jahr 1953 verliehen wird.

Nominiert in der Kategorie „Erfolgreichste Innovationsleistung“ sind in diesem Jahr der badenwürttembergische Weltmarktführer für industrielle Maschinennadeln, Präzisions teile und Feinwerkzeuge Groz-Beckert, die 1795 gegründete Meyer Werft aus Papenburg (Niedersachsen) sowie das Münchner Familienunternehmen Meiller, das für seine Kippaufbauten vor allem bei Baufahrzeugen bekannt ist. Das im Jahr 1852 in Ebingen gegründete Familienunternehmen Groz-Beckert ist heute weltweit führender Anbieter für Produkte, Beratung und Dienstleistungen innerhalb der textilen Wertschöpfungskette mit rund 70 000 Produkten für verschiedene Textilfertigungs- und Fügeverfahren. Groz-Beckert beschäftigt rund 7 800 Mitarbeiter und hat seinen Stammsitz im schwäbischen Albstadt. Auf eine noch längere Unternehmenshistorie blickt die Meyer Werft zurück. Im Jahr 1795 gegründet, befindet sie sich heute in sechster Generation der Familie Meyer. Mittlerweile hat sich das Unternehmen durch den Bau von Autofähren, Passagierfähren, Tiertransportern, Containerschiffen und vor allem durch den Bau von luxuriösen Kreuzfahrtschiffen einen internationalen Namen gemacht. Die Werft beschäftigt mehr als 3 000 Mitarbeiter und gehört zu den größten Arbeitgebern ihrer Region. Auch der dritte Nominierte, das Familienunternehmen F. X. Meiller GmbH & Co KG., kann mit 160 Jahren eigener Firmengeschichte durchaus aufwarten. Meiller ist der marktführende Systemlieferant in den Branchen Bauwirtschaft, Entsorgungswirtschaft und Nutzfahrzeuge. Das Angebot reicht von Kippfahrzeugen, Abroll- und Absetzkippern über Behältertransportanhänger bis hin zu innovativen Hydrauliksystemen und Aufzugtüren. Mit rund 1 500 Mitarbeitern und 700 Kundendienststellen bedient Meiller alle wichtigen Märkte der Welt.

Schonung der Umwelt wird prämiert
In der Kategorie „Nachhaltigste Innovationsleistung“ nominierte das Expertengremium des Deutschen Intituts für Erfindungswesen in diesem Jahr den Bielefelder Bauzulieferer für Fenster- und Fassadentechnologien Schüco, den Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel und die für ihre energiesparenden Produktionsprozesse stehende Clyde Bergemann Power Group. Die Schüco International KG wurde 1951 in Ostwestfalen gegründet. Mit einem breit gefächerten Netzwerk aus Partnern, Architekten, Bauträgern und Investoren realisiert das Unternehmen nachhaltige Gebäudehüllen für Neubauten und Modernisierungen. Durch die Energieeffizienz der Bauprodukte werden CO2– Emissionen reduziert und natürliche Ressourcen geschont. Als Tochtergesellschaft der Otto Fuchs KG ist die Schüco International KG inklusive 12 000 weltweiter Partner in rund 78 Ländern vertreten. Die Henkel AG & Co. KGaA ist ein weltweit führender Hersteller im Konsumenten- und Industriegeschäft und beschäftigt sich mit den Geschäftsfeldern Wasch- und Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoff- Technologien. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1876 in Aachen. Heute ist Henkel mit Stammsitz in Düsseldorf unter anderem im globalen Markenartikelgeschäft für Wasch- und Reinigungsmittel tätig und beschäftigt rund 47 000 Mitarbeiter.

Von Wesel in die weite Welt
Die im Jahr 1948 gegründete Clyde Bergemann Power Group bietet innovative Produkte und Dienstleistungen im Um feld energiebezogener Produktionsprozesse wie der Optimierung von Industrieanlagen, um durch höhere Effizienz die Umweltbelastung zu verringern. Die globale Präsenz in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Australien und Afrika macht das Unternehmen aus dem nordrhein- westfälischen Wesel zum Marktführer in seinen Tätigkeitsfeldern.

Überraschungssieger bei Kommunikation und Förderung
Mit besonderer Spannung darf in diesem Jahr die Verleihung in den Kategorien „Beste Innovationsförderung“ und „Beste Medienkommunikation“ erwartet werden, für die es erstmals keine Nominierungen gab. Das Nominierungsgremium begründet diesen Schritt mit dem Anliegen, die Auszeichnung insgesamt etwas schlanker zu gestalten. Man darf also gespannt sein, welches Medienunternehmen und welcher Fördergeber am 28. November 2014 mit der Dieselmedaille nach Hause gehen werden.

 

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