_Dieselkuratorium-2015

1. Reihe (von oben, v.l.n.r.): Dr. Thomas Rodemann, Dr. Gerd Wingefeld, Dr. Dieter Wirths, Dr. Helmut Leube, Thomas Ricker, Dr. Markus Beukenberg, Dr. Thomas Steffen, Frank Wiemer, 2. Reihe: Guido Weber, Prof. Dr. Alexander J. Wurzer, Oliver Jung, Prof. Dr. Helge B. Cohausz, Dr. Günter Kuhn, Prof. Franz Kraus, Prof. Dr. Thorsten Posselt, Gebhard Lehmann, 3. Reihe: Stephan Plenz, Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Prof. Dr. Gunther Herr, Prof. Dr. Horst Geschka, Dr. Christian Schlögel, Dr. Martin Gall, Oliver Schubert, Wolfgang Zahn, Prof. Kurt Mehnert

Am 12. Oktober 2015 fand das Herbsttreffen des Dieselkuratoriums in München statt. Das Dieselkuratorium ist das Wahlgremium, für die seit 62 Jahren verliehene Dieselmedaille, dem ältesten Innovationspreis Deutschlands.

Herr Prof. Dr. Alexander J. Wurzer, Vorstand des Deutschen Instituts für Erfindungswesens und Sprecher des Dieselkuratoriums, führte durch den Abend im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski. Die Neuerungen des Wahlablaufs, der aktuelle wissenschaftliche Beirat und die Dissertation „Die Diesel-Medaille“ über die Historie und geschichtliche Einordnung des Preises von Frau Dr. Gatzert, wurden vorgestellt und diskutiert.

Ebenfalls präsentiert wurde das neue Journal „Innovation Management  Support“. Diese zweimal jährlich zu den Treffen des Dieselkuratoriums erscheinende Publikation wird vom Dieselkuratorium herausgegeben. Das Journal dient dem Austausch, der Diskussion, als Rat- und Impulsgeber sowie zur Darstellung von Herausforderungen und Lösungsansätzen zum Thema Innovation von und für unternehmerisch verantwortliche Technikentscheider.

Fotos von Friederike Wichert

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Zum 61. Mal wurde die Dieselmedaille an innovative Erfinder und Erfinderförderer verliehen. Diese „Universalauszeichnung“ soll die deutsche Innovationsleistung auszeichnen, die laut dem Generaldirektor des Deutschen Museums „unser Land so dringend braucht“.

von Felicitas Heimann

Nur nicht ins Hintertreffen mit China geraten und gleichzeitig Vorbild für die Jugend werden. Das sind nur zwei Gründe des Erfinderverbandes des Dieselmedaillen-Kuratoriums deutsche Erfinder und Erfinderförderer, unabhängig der Branche, zu ehren. Denn Erfindungsgeist zu fördern wird immer wichtiger, will man sich den Herausforderungen der Zukunft etwa in Klima, Energie und Mobilität erfolgreich stellen. Außerdem ist Erfinden schon lange nicht mehr so attraktiv wie früher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das noch anders, als Erfinder wie Tesla und Diesel ihre Ideen präsentierten und regelrechte Stars wurden. Das weiß auch Dr. Heiner Pollert, Erster Vorsitzender des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung DIE: „Erfunden wird immer, aber es lohnt sich nicht mehr.“ Aber die „German Technology“ ernähre nun mal die Nation. Und so müssen Innovationen auch geehrt werden.

200 Millionen Erfindungen

Jährlich werden in Deutschland 200 Millionen Erfindungen zum Patent angemeldet. Einer der Innovationsgeber ist die Fraunhofer Zukunftsstiftung, die mit der Dieselmedaille in der Kategorie „Beste Innovationsförderung“ ausgezeichnet wurde. Gegründet wurde die Stiftung 2008 mit dem Ziel, Forschungsergebnisse schneller technologieorientierten Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Zu ihren Erfindungen zählt der Audiocodierstandard mp3. Ursprünglich war er für qualitativ hochwertige Telefonverbindungen gedacht. Zusätzlich fördert die Stiftung Projekte, „deren zu entwickelnde Technologien ein hohes Potenzial für die Verwertung als Intellectual Property aufweisen“.

In der Kategorie „Beste Medienkommunikation“ wurde der Wirtschftskurier geehrt. Das Blatt stellt, wie es Laudator Edmund Stoiber bezeichnet, „liebevoll das Thema Innovation richtig und recherchiert, wo andere kritisieren“. Mit konkreten Beispielen mache die Publikation das Thema greifbar und interessant.

Den Preis in der Kategorie „Erfolgreichste Innovationsleistung“ erhielt das weltweit erfolgreiche Unternehmen Meiller. Das Familienunternehmen in 6. Generation erfand den Meiller-Kipper – mit Winden konnten problemlos die Ladefläche eines LKWs gekippt werden. 1925 folgte die hydraulische Kipperpresse.

Als „Nachhaltigste Innovationsleistung“ wurden die Gebäudehüllen der Schüco International ausgezeichnet. Mit nachhaltigen Produkten aus Aluminium, Stahl und Kunststoff schont das Unternehmen natürliche Ressourcen. Mit ihrem 360°-Nachhaltigkeitskreislauf übernehmen sie Verantwortung für Mensch und Natur. Es ist eine „Technik, die kaum auffällt“, erklärt Geschäftsführer Robert Meyer. Damit erhielt erstmals ein Unternehmen der Bauwirtschaft die Dieselmedaille.

 

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München, 28.11.2014 – Meiller Kipper, Schüco, Fraunhofer Zukunftsstiftung, sowie WirtschaftsKurier mit Dieselmedaille 2014 ausgezeichnetAPI_Dieselmedaille2014_2

v.l.n.r. Andreas Engelhardt (Schüco), Franz Xaver Meiller (Meiller Kipper), Christiane Götz-Weimer, Dr. Wolfram Weimer (WirtschaftsKurier), Prof. Dr.-Ing. Alexander Verl, Prof. Dr.-Ing. Heinz Gerhäuser (Fraunhofer Gesellschaft).
 

Mit über 200 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Medien ehrte das Deutsche Institut für Erfindungswesen heute in München bedeutende Institutionen der deutschen Innovationsszene mit der Dieselmedaille.

Eingeleitet wurde die diesjährige Verleihung der Dieselmedaillen mit den Begrüßungsreden von Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums und Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (BVMW). „Es gibt wohl keinen besseren Ort, um einen Innovationspreis zu verleihen“, so Heckl über den Veranstaltungsort – den Ehrensaal des Deutschen Museums. Anschließend stellte Prof. Dr. Alexander J. Wurzer, Vorsitzender des Dieselmedaillenkuratoriums, die diesjährigen Nominierten und Gewinner vor.

In der Kategorie „Beste Innovationsförderung“ überzeugte die Fraunhofer Zukunftsstiftung. Die im Jahr 2008 gegründete Stiftung fördert Eigenforschungsvorhaben der Fraunhofer-Gesellschaft mit Lizenzerträgen der mp3-Technologie in Millionenhöhe. Den Preis nahmen Prof. Dr.-Ing. Alexander Verl und Prof. Dr.-Ing. Heinz Gerhäuser entgegen. Nach der Laudatio von Dr. Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident a.D., wurde Dr. Wolfram Weimer mit der Dieselmedaille in der Kategorie „Beste Medienkommunikation“ für die innovationsaffine Traditionszeitung „WirtschaftsKurier“ geehrt. Der WirtschaftsKurier stellte in den vergangenen zwei Jahren seine Fähigkeit zu Neuerung und Anpassung im hart umkämpften Medienmarkt erneut unter Beweis, indem er sich zu einer multimedialen Medienplattform weiterentwickelt hat.

Zwischenzeitlich lockerte Martin Großmann mit seinem Kabarett-Beitrag aus seinem Programm „Des Wahnsinns fette Beute“ das Publikum auf. Im Anschluss wurde die Dieselmedaille für die „Nachhaltigste Innovationsleistung“ an die Schüco International KG unter dem Vorsitz von Andreas Engelhardt verliehen. Als Technologieführer für die gesamte Gebäudehülle steht das mittelständische Unternehmen für kontinuierliche Innovation und schont mit nachhaltigen Produkten die natürlichen Ressourcen. Zu guter Letzt durfte Dipl. Kfm. Franz Xaver Meiller als Vorsitzender der F.X. Meiller GmbH & Co KG die Dieselmedaille in der Kategorie „Erfolgreichste Innovationsleistung“ entgegen nehmen. Das internationale Familienunternehmen und Hersteller der Meiller-Kipper in 6. Generation überzeugte durch seine kontinuierliche und beständig erfolgreiche Umsetzung von Innovationen mit direktem Kundennutzen.

Fortan dürfen sich auch die Gewinner der Dieselmedaillen 2014 in die lange Liste prominenter Preisträger der letzten 61 Jahre einreihen.


Über die Dieselmedaille

Die Auszeichnung wurde im Jahr 1952 auf Initiative von Eugen Diesel, dem Sohn Rudolf Diesels ins Leben gerufen und ist somit Europas ältester und traditionsreichster Innovationspreis. Die Dieselmedaille wird vom gemeinnützigen Deutschen Institut für Erfindungswesen (DIE e.V.) verliehen. Eines der Ziele des DIE e.V. ist, die Leistungen von Erfindern und Unternehmern in der Öffentlichkeit angemessen zu würdigen und ihre Arbeit konsequent zu unterstützen. Der Preis hat Signalwirkung für die gesamte Wirtschaft und rückt das Thema Innovation in den Fokus des öffentlichen Interesses. Die über 400 Preisträger der letzten Jahrzehnte spiegeln die enorme Innovationskraft Deutschlands wider und geben ein Beispiel für zukunftsweisendes wirtschaftliches Handeln: von berühmten Preisträgern aus der Zeit des Wirtschaftswunders wie Artur Fischer, Carl Friedrich Benz, Wernher von Braun und Gottlob Bauknecht, über Nobelpreisträger wie Herrmann Staudinger und Ernst Ruska, bis hin zu erfolgreichen Visionären der Gegenwart wie Karl Schlecht, Hans Peter Stihl oder die SAP-Gründer Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Klaus E. Tschira. Dem Vorstand des DIE e.V. gehören an: Dr. Heiner Pollert (Erster Vorsitzender), Prof. Dr. Alexander Wurzer (Vorsitzender des Diesel-Kuratoriums) und Manfred Spaltenberger.

Die für die renommierte Dieselmedaille nominierten Unternehmen haben eines gemeinsam: Ihre Innovationskraft hat die Traditionsfirmen jung gehalten. Neben bekannten Namen gibt es auch Überraschungssieger.

Von Achim von Michel.

Europas ältester Innovationspreis geht in die nächste Runde. Wenn am 28. November 2014 im glanzvollen Ehrensaal des Deutschen Museums in München die diesjährigen Dieselmedaillen verliehen werden, können vier Unternehmen und Organisationen die begehrte Auszeichnung in Empfang nehmen, die bereits seit dem Jahr 1953 verliehen wird.

Nominiert in der Kategorie „Erfolgreichste Innovationsleistung“ sind in diesem Jahr der badenwürttembergische Weltmarktführer für industrielle Maschinennadeln, Präzisions teile und Feinwerkzeuge Groz-Beckert, die 1795 gegründete Meyer Werft aus Papenburg (Niedersachsen) sowie das Münchner Familienunternehmen Meiller, das für seine Kippaufbauten vor allem bei Baufahrzeugen bekannt ist. Das im Jahr 1852 in Ebingen gegründete Familienunternehmen Groz-Beckert ist heute weltweit führender Anbieter für Produkte, Beratung und Dienstleistungen innerhalb der textilen Wertschöpfungskette mit rund 70 000 Produkten für verschiedene Textilfertigungs- und Fügeverfahren. Groz-Beckert beschäftigt rund 7 800 Mitarbeiter und hat seinen Stammsitz im schwäbischen Albstadt. Auf eine noch längere Unternehmenshistorie blickt die Meyer Werft zurück. Im Jahr 1795 gegründet, befindet sie sich heute in sechster Generation der Familie Meyer. Mittlerweile hat sich das Unternehmen durch den Bau von Autofähren, Passagierfähren, Tiertransportern, Containerschiffen und vor allem durch den Bau von luxuriösen Kreuzfahrtschiffen einen internationalen Namen gemacht. Die Werft beschäftigt mehr als 3 000 Mitarbeiter und gehört zu den größten Arbeitgebern ihrer Region. Auch der dritte Nominierte, das Familienunternehmen F. X. Meiller GmbH & Co KG., kann mit 160 Jahren eigener Firmengeschichte durchaus aufwarten. Meiller ist der marktführende Systemlieferant in den Branchen Bauwirtschaft, Entsorgungswirtschaft und Nutzfahrzeuge. Das Angebot reicht von Kippfahrzeugen, Abroll- und Absetzkippern über Behältertransportanhänger bis hin zu innovativen Hydrauliksystemen und Aufzugtüren. Mit rund 1 500 Mitarbeitern und 700 Kundendienststellen bedient Meiller alle wichtigen Märkte der Welt.

Schonung der Umwelt wird prämiert
In der Kategorie „Nachhaltigste Innovationsleistung“ nominierte das Expertengremium des Deutschen Intituts für Erfindungswesen in diesem Jahr den Bielefelder Bauzulieferer für Fenster- und Fassadentechnologien Schüco, den Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel und die für ihre energiesparenden Produktionsprozesse stehende Clyde Bergemann Power Group. Die Schüco International KG wurde 1951 in Ostwestfalen gegründet. Mit einem breit gefächerten Netzwerk aus Partnern, Architekten, Bauträgern und Investoren realisiert das Unternehmen nachhaltige Gebäudehüllen für Neubauten und Modernisierungen. Durch die Energieeffizienz der Bauprodukte werden CO2– Emissionen reduziert und natürliche Ressourcen geschont. Als Tochtergesellschaft der Otto Fuchs KG ist die Schüco International KG inklusive 12 000 weltweiter Partner in rund 78 Ländern vertreten. Die Henkel AG & Co. KGaA ist ein weltweit führender Hersteller im Konsumenten- und Industriegeschäft und beschäftigt sich mit den Geschäftsfeldern Wasch- und Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoff- Technologien. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1876 in Aachen. Heute ist Henkel mit Stammsitz in Düsseldorf unter anderem im globalen Markenartikelgeschäft für Wasch- und Reinigungsmittel tätig und beschäftigt rund 47 000 Mitarbeiter.

Von Wesel in die weite Welt
Die im Jahr 1948 gegründete Clyde Bergemann Power Group bietet innovative Produkte und Dienstleistungen im Um feld energiebezogener Produktionsprozesse wie der Optimierung von Industrieanlagen, um durch höhere Effizienz die Umweltbelastung zu verringern. Die globale Präsenz in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Australien und Afrika macht das Unternehmen aus dem nordrhein- westfälischen Wesel zum Marktführer in seinen Tätigkeitsfeldern.

Überraschungssieger bei Kommunikation und Förderung
Mit besonderer Spannung darf in diesem Jahr die Verleihung in den Kategorien „Beste Innovationsförderung“ und „Beste Medienkommunikation“ erwartet werden, für die es erstmals keine Nominierungen gab. Das Nominierungsgremium begründet diesen Schritt mit dem Anliegen, die Auszeichnung insgesamt etwas schlanker zu gestalten. Man darf also gespannt sein, welches Medienunternehmen und welcher Fördergeber am 28. November 2014 mit der Dieselmedaille nach Hause gehen werden.

 

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