Am heutigen Freitag wurde im Ehrensaal des Deutschen Museums in München die Dieselmedaille in Gold verliehen. Mit dieser Ehrung würdigt das Dieselkuratorium Erfinder und ihr unternehmerisches Werk. Zu den Preisträgern der begehrten Auszeichnung zählt Hochfrequenz- und Elektroakustik-Pionier Prof. Dr. Fritz Sennheiser (92), Gründer der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG.

Die Dieselmedaille, die im zwei- und dreijährigen Abstand verliehen wird, hebt nicht nur die technische Brillanz, sondern auch die volkswirtschaftliche Relevanz des Preisträgers hervor. Für Prof. Dr. Fritz Sennheiser ist die Dieselmedaille deshalb eine doppelte Auszeichnung: ,,Als ich 1945 das Unternehmen gründete, war ich mit Leib und Seele Ingenieur, habe entwickelt und an der Universität Vorlesungen gehalten.
In Fragen des Kaufmännischen und der Unternehmensleitung war ich reiner Autodidakt. Einiges habe ich dabei durchaus auch über Fehler lernen müssen.“

Die Erfindungen Sennheisers und seines Teams haben den Bereich der Tonübertragung revolutioniert. Zu den bahnbrechenden Entwicklungen zählen unter anderem die ersten Interferenzrichtrohrmikrofone für die Filmindustrie, die ersten professionellen drahtlosen Mikrofone für das Fernsehen, Reportersender, HFKondensatormikrofone für den Außeneinsatz, der automatische Anrufbeantworter, das erste Babyphone, Infrarot-Tonübertragungstechnik und der erste offene Kopfhörer. Diese Innovationskraft hat sich das Weltunternehmen bis heute bewahrt.

Neben Prof. Dr. Fritz Sennheiser wurden Sybille Storz, Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth, Prof. Dr. Anton Kathrein, Jörgen S. Rasmussen und Günther Kampichler mit der Dieselmedaille ausgezeichnet. Die Festrede hielt der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel.

Die Stiftung der Dieselmedaille und des Dieselkuratoriums erfolgte 1952 durch den Sohn des Erfi nders des Dieselmotors, Dr. Eugen Diesel. Aus dieser Stiftung ging 1969 das Deutsche Institut für Erfindungswesen e.V. hervor, in dem das Dieselkuratorium unabhängig über die Vergabe der Dieselmedaillen für herausragende Erfindungsleistungen entscheidet.

Als einer der weltweit führenden Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen erzielte die Sennheiser-Gruppe mit Sitz in der Wedemark im Jahr 2003 einen Umsatz von über 237 Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei ca. 80%. Insgesamt beschäftigt Sennheiser rund 1600 Mitarbeiter, davon 60% in Deutschland. Sennheiser operiert weltweit mit eigenen Tochtergesellschaften in Frankreich, UK, Belgien, den Niederlanden, China, Singapur, Kanada, Mexiko und den USA.

Auf die Schlüsselfunktion des Engagements der Unternehmer für wissenschaftliche Erfindungen und deren zügige Umsetzung in marktfähige Produkte hat Wissenschaftsminister Thomas Goppel bei der Verleihung der Rudolf-Diesel-Medaille in Gold des Deutschen Instituts für Erfindungswesen am Freitag in München hingewiesen.,,Erst Phantasie und Engagement des Unternehmers verwandeln eine neue Idee in ein innovatives Produkt. Nur durch diese besondere unternehmerische Leistung kann eine Erfindung den volkswirtschaftlichen Nutzen bringen, den Deutschland dringend braucht: hochwertige Produkte und neue Arbeitsplätze.“

Das Deutsche Institut für Erfindungswesen zeichnet in diesem Jahr Unternehmerinnen und Unternehmer mit der Rudolf-Diesel-Medaille in Gold aus, die sich für den Standort Deutschland durch die engagierte Förderung von Erfindungen und deren Umsetzung in neue Produkte besonders verdient gemacht haben. Ausgezeichnet werden Sybill Storz, Günter Kampichler, Prof. Dr. Anton Kathrein, Jörgen Rasmussen, Prof. Dr. Fritz Sennheiser und Prof. Dr. h. c. Reinhold Würth. Schon seit 1952 werden mit der Rudolf-Diesel-Medaille, benannt nach dem Erfinder des gleichnamigen Motors, Pionierleistungen auf dem Gebiet der Technik und der Naturwissenschaft geehrt.

Goppel betonte, dass die Bayerische Staatsregierung ihrerseits den Transfer von wissenschaftlichen Neuerungen in die Unternehmen entschieden unterstütze. Bereits im Jahr 2000 habe Bayern die Initiative ,,Bayern Patent“ gestartet, um die Zahl der Erfindungsmeldungen an Hochschulen und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Hochschule in die Wirtschaft durch professionelle Beratung zu fördern. Den Hochschulen stehen durch ,,Bayern Patent“ Erfinderberater bereit, die Hochschulangehörige beraten und unterstützen. Das Patentbüro an der Fraunhofer-Patentstelle prüft die Erfindungen auf ihre Patentwürdigkeit sowie ihren Marktwert, meldet Patente an und koordiniert ihre Verwertung durch die Wirtschaft. ,,Die Patentierung einer wissenschaftlichen Erfindung ist das Bindeglied zwischen Erfindung und gewerblicher Nutzung“, so Goppel. ,,Die Initiative ,Bayern Patent‘ ist deshalb ein wichtiger Baustein für den Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, den wir in Deutschland dringen brauchen.“

 

Eine Abkehr vom immer noch vielfach praktizierten introvertierten Zuständigkeitsdenken im Wissenschaftsbetrieb forderte Ministerpräsident Wolfgang Clement am Freitagabend in seiner viel beachteten Festrede anlässlich der Verleihung von Diesel-Medaillen an verdiente Erfinder im Wasserschloss Wittringen.

Im voll besetzten Gildensaal von Schloss Wittringen wurden gestern die Diesel-Medaillen verliehen.

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